Antonio Cascais berichtet:
Thema: Diese Welt ist meine Welt - freier Journalist in Deutschland und Europa
Fortsetzung: Mein Einstieg in den Beruf des "Freien Journalisten" (Teil III)
Das Studium der Journalistik in Dortmund...
...hatte - wie alle Studiengänge - seine Highlights und Tiefpunkte. Es kommt halt darauf an, was man wirklich daraus macht: Wir durchschritten die tiefsten 80er Jahre: Endlose, von Alt-68ern geleitete Endlosdiskussionen über das Für und Wider der Computerisierung der Gesellschaft oder über die angeblichen (oder tatsächlichen?) Gefahren der Digitalisierung für die Demokratie, dann wieder unendliche Ausflüge in das "Mediensystem in der Weimarer Republik" - das waren die Tiefpunkte. Ich meine: das sind zwar interessante Themen. Aber die Qualität dieser Seminare ging kaum über das hinaus, was man sich auch selbst in der Bereichsbibliothek hätte erarbeiten können, wenn einen solche Themen wirklich interessiert hätten.
Andere Seminare haben mir in meinem späteren Berufsleben als Freier Journalist in Deutschland, in Europa (und in der Welt) wirklich genutzt und können im Nachhinein wirklich als Highlights bezeichnet werden: Ich denke da zum Beispiel, an das Fach Medienrecht, in dem wir auch schriftlich geprüft wurden. Die damals erworbenen Kenntnisse über Rechte und Pflichten eines Journalisten, über die Persönlichkeitsrechte derjenigen, über die wir tagtäglich berichten, helfen mir Heute noch, in Einzelfällen mutiger, bewusster oder auch sensibler und vorsichtiger mit Beiträgen und Berichten umzugehen. Unkenntnis über die juristische Lage zieht oft unangessenen oder "schmuddlige" Berichterstattung oder auch "Feigheit" in den Redaktionen nach sich. Auch die Seminare über "Ethik im Journalismus" haben mir sehr viel gebracht. Es ist sehr wichtig, sich in jungen Jahren mit ethischen Fragen auseinanderzusetzen. Im späteren Berufsalltag finden viele Journalisten dafür allzuoft keine Zeit mehr.
Was mir aber mindestens genauso geholfen hat, in den Beruf einzusteigen, waren die praktischen Seminare, die Praktika und das im Dortmunder Studium der Journalistik integrierte Volontariat.
(FORTSETZUNG FOLGT...)

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